Aus dem Leben eines Aupairs ... PDF
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America – here I come!

Mein Jahr als Aupair in Amerika 

Mein Name ist Christopher Staudigl, ich bin 20 Jahre alt und habe vor ungefähr 1,5 Jahren die Entscheidung getroffen, nach meinem Schulabschluss ein Auslandsjahr in Amerika zu machen. Eine Entscheidung, die unglaublich viele Erlebnisse und Erfahrungen mit sich brachte.

Nach erfolgreichem Abschluss der Handelsakademie Baden war ich gezwungen, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen. Ein Besuch der Wirtschaftsuniversität oder einer Fachhochschule war naheliegend. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, nach meiner langen Schulzeit eine Auszeit zu brauchen.

Es war mehr Zufall als Plan, dass ich eine Broschüre las, in der ich zum ersten Mal von der Möglichkeit erfuhr, als Au Pair nach Amerika zu gehen. Da ich – bedingt durch die Berufstätigkeit meiner Eltern – oft auf meine um zwölf Jahre jüngere Schwester aufpasse, war es für mich nicht abwegig, den Job als „Kindermädchen“ in Betracht zu ziehen. Kurz entschlossen rief ich daher bei Cultural Care Au Pair an und vereinbarte einen Termin.

Mein erstes Gespräch war sehr vielversprechend, und nach einem Vorstellungstermin, bei dem auch meine Englischkenntnisse getestet wurden, war ich schließlich offizieller Aupair-Anwärter. Nun hieß es erst einmal, jede Menge Formulare auszufüllen und Unterlagen zu sammeln: unter anderem Empfehlungsschreiben von drei Menschen, die meine Eignung als Aupair bestätigen konnten, und eine umfangreiche persönliche Bewerbungsmappe für potenzielle Hosteltern. Und diese natürlich in englischer Sprache.

Die meisten Familien in Amerika, die an dem Programm teilnehmen, suchen für die Betreuung ihrer Kinder ein Mädchen, allerdings gibt es mittlerweile auch schon einige Familien, vor allem Eltern mit kleinen Söhnen, die sich für einen Jungen als Au Pair entscheiden. Genau so eine habe ich mit etwas Glück bereits nach sehr kurzer Zeit gefunden. Nach einem ersten vorsichtigen Telefonat war mein Jahr bei dieser Familie beschlossene Sache. Nun hieß es noch, die letzten Formalitäten zu erledigen, bevor es endgültig losgehen konnte.

Der Abschied von meiner Familie war sehr emotional und fiel mir nicht wirklich leicht. Gleichzeitig brach allerdings so viel Aufregendes und Neues über mich herein, dass ich gar nicht wirklich dazu gekommen bin, mir darüber Gedanken zu machen, dass wir uns ein ganzes Jahr nicht sehen würden.

Kaum in New York angekommen, übrigens nach dem ersten Flug meines Lebens, ging es auch schon mit dem Taxi direkt zu einer einwöchigen Einschulung auf die Aupairschule nach Long Island.

Nach dieser Woche stand die Begegnung mit meiner Hostfamily an, die in der Nähe von Manhattan zu Hause ist. Meine Aufregung war groß – immerhin kannte ich sie bisher nur aus kurzen Telefonaten und Mails. Meine Sorgen waren allerdings unbegründet: Schon nach kurzer Zeit war ich in die Familie integriert und kam trotz kultureller Unterschiede sehr gut mit allen aus. Fünf Tage die Woche hatte ich den 12-Jährigen Frank zu betreuen, meistens eine Stunde in der Früh und dann von 15.00 bis 19.00 Uhr. Als Gegenleistung bekam ich von meiner Aupair-Familie 180 Dollar die Woche, Kost, Logis und ein eigenes Auto zur Verfügung gestellt.

Bedingt durch die große Entfernung und die neuen, zum Teil dann doch gewöhnungsbedürftigen Lebensumstände packte mich zwar zwischendurch ab und an das Heimweh, aber durch die große Aupairgemeinschaft und vor allem auch die modernen Kommunikationsmittel, mit deren Hilfe man sehr gut mit Freunden und der Familie in Kontakt bleiben kann, wurde es mir leicht gemacht, dieses zu überwinden. Selbst meine Großeltern haben mittlerweile einen Internet-PC und einen eigenen Skype- und Facebook-Zugang.

Von all meinen Erlebnissen innerhalb meines Amerikajahres zu berichten, würde den Rahmen sprengen und mindestens ein Buch füllen. Es war eine wunderschöne, sehr lehrreiche und unbeschwerte Zeit voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse. Neben meiner Zeit mit Frank besuchte ich das Manhattanville College (Hauptfach: Spanisch) und erlebte dort den ‚typical American lifestyle’ eines Collegestudenten. Zusätzlich dazu blieb noch ausreichend Zeit für Erkundungsreisen durch Kalifornien, Washington und Florida. 

Ein Jahr in einem anderen Land zu leben, gibt einem die Möglichkeit, dieses nicht mehr aus der Sicht eines Touristen, sondern viel mehr schon aus der Sicht eines Einheimischen zu sehen. Durch meine sozialen Kontakte, die ich innerhalb des Jahres aufgebaut habe, durch all die Menschen, Orte und Dinge, die ich kennengelernt habe, wurde ich plötzlich Teil des heutigen Amerikas und seiner Kultur. Ich erlebte hautnah, was wir sonst nur über Fernseh- und Zeitungsberichte „erzählt“ bekommen: so zum Beispiel wie Barack Obama zum ersten schwarzen Präsidenten gewählt oder wie Michael Jackson, the King of Pop, betrauert wurde.

Ein Jahr in einer anderen Welt: Bei all den tollen Erfahrungen, die ich nicht missen möchte, muss ich doch sagen, dass ich durch den langen Aufenthalt in einem anderen Land erst wirklich zu schätzen gelernt habe, was ich hinter mir gelassen habe. Deshalb bleiben meine Heimkehr und das Wiedersehen mit meinen Freunden und meiner Familie auch unvergesslich schöne Momente.

Nach diesem Jahr bin ich fest davon überzeugt, das für mich Richtige gemacht zu haben. Die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, all die neuen Freundschaften, die ich geschlossen habe, und nicht zuletzt meine nunmehr nahezu perfekten Englischkenntnisse sind Dinge, die ich in einem „normalen“ Schul- bzw. Studienjahr nie erlangt hätte. Und mit meiner Gastfamilie werde ich auf alle Fälle in Kontakt bleiben – ein baldiges Wiedersehen ist schon geplant!

Informationen zum Austauschprogramm:

www.culturalcare.at

 

 
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